Um eine optimale Betrachtung zu ermöglichen, muss ein 3D Bild korrekt montiert sein, sonst kann es bei längerer Betrachtung zu Problemen kommen (Schwindel, Kopfweh).

Hier ist die Rahmungsregel (von Gerhard P. Herbig) anzuwenden!

Wichtig ist dabei die Scheinfenstermontage.

 

Stellen wir uns vor, wir stehen in einem Raum vor einem Fenster, durch das wir nach draußen schauen. Logischerweise ist das Fenster dem Betrachter dann näher, wie das, was man durch das Fenster sieht.

Das Scheinfenster ist praktisch ein Fenster, durch das man "raus schaut".

Anderst gesagt, der Bildrand ist der "Fensterrahmen".

 

Bei einem SFK(Scheinfensterkonflikt) wird dieser "Fensterrahmen" durchbrochen. D.h., das was man durch das Fenster sieht ist näher, wie der Fensterrahmen. Das entspricht nicht mehr unserem natürlichen Sehen und es kommt zu Problemen. Das Gehirn meldet, da stimmt was nicht.

 

Ein praktischer Test:

Halten Sie ihre Handflächen wie Scheuklappen an die Schläfen, um das Sichtfeld zu begrenzen. Schliessen Sie nun ihr rechtes Auge und beobachten Sie, wie weit Sie mit dem linken Auge nach links schauen können. Nun schliessen Sie das linke Auge und beobachten Sie, wie weit Sie mit dem rechten Auge nach links schauen können.

Ergebnis: Wir sehen mit dem rechten Auge weiter nach links, wie mit dem linken Auge.

Die Handflächen sind in diesem Fall der "Fensterrahmen", bzw. das Scheinfenster.

So muss auch ein 3D Bild montiert sein, dass man mit mit dem rechten Auge am linken Bildrand mehr Information(Bildinhalt) bekommt. Und umgekehrt, das linke Auge sollte am rechten Bildrand mehr Information(Bildinhalt) bekommen.

 

Wie erkennt man das?

>Zuerst muss der Nahpunkt im Bild ermittelt werden!

Da es nur an einem Bildrand zu einem SFK kommen kann, ist für uns erstmal nur der Nahpunkt an einem Bildrand wichtig.

Hier ein Beispiel:

 

Dieser Halm wird durch einen Bildrand beschnitten und muss folglich hinter das SF. Halten Sie ihre Brille mit der roten Seite(L) DIREKT an den Monitor an die gekennzeichnete Stelle.

 

>durch Rot(L) betrachtet scheint das Bild nach links zu "hüpfen".

Durch Cyan(R) betrachtet "hüpft" es nach rechts.

Daran erkennt man, dass es sich hinter dem SF befindet.

 

>Würde das Bild durch Rot(L) betrachtet nach rechts "hüpfen" und durch Cyan(R) betrachtet nach links, wäre es vor dem SF.

>Wenn etwas vor dem SF ist, sind wir gezwungen, zu schielen! Es kommt vor, dass sich der Nahpunkt nicht immer absolut bestimmen lässt, manchmal ist es kein Nahpunkt, sondern ein Bereich.

Hier ein Beispiel:

 

Kommen wir zu den Ausnahmen, bei denen Objekte vor das SF montiert sein können. Dies ist möglich, wenn das Objekt, das vor dem SF ist durch keinen Bildrand beschnitten wird.

(es können durchaus auch in der Realität Objekte ins Fenster ragen)Hier ein Beispiel:

 

Generell sollte der Nahpunkt, der durch einen Bildrand beschnitten wird deckungsgleich montiert werden, so dass der Versatz mit zunehmender Entfernung auch zunimmt.

>Das entspricht dem natürlichen Sehen!

Noch ein Tip: Man übersieht gerne Äste und Blätter, die von einer Seite ins Bild ragen.

>Die Scheinfenstermontage erledigt man in SPM mit den Pfeiltasten (L+R).