Auch bei der Erstellung einer Rot/Cyan Anaglyphe gibt es verschiedene Möglichkeiten und Programme, die einfachste Methode dürfte wohl die in SPM integrierte Anaglyphenerstellung sein.

Ich bevorzuge jedoch die Anpassung mit Photoshop, da ich hier sehr gut nach der WYSIWYG Methode arbeiten kann und sehr viele Möglichkeiten habe. Da ich mit Ordnern und Einstellungsebenen arbeite, sind sämtliche Einstellungen jederzeit änderbar (mit einer Ausnahme, dazu später mehr ab Punkt 28).

Bei Punkt 27 findet man einen Download der "fertigen" PSD Datei.

Ich besitze zwar "nur" eine englische Version von Photoshop (die war/ist billiger), versuche aber die Schritte in Deutsch zu übersetzen.

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1. Die mit SPM fertig justierten Bilder(L+R) in Photoshop als Layer/Ebenen öffnen. Dazu zuvor in SPM das fertig justierte/montierte Stereobild als L+R exportieren (TIFF).

 

2. Dann 3 neue Ordner erstellen.

 

3. Das linke Bild in den mittleren Ordner verschieben, das rechte Bild in den untersten Ordner.

 

4. Die Ordner mit den Bildern nun markieren und zusammen in den obersten Ordner verschieben.

 

5. Das sollte nun so aussehen:

 

6. Die mittlere Gruppe markieren(die mit dem linken Bild), rechte Maustaste und auf Gruppeneigenschaften klicken.

 

7. Im folgenden Fenster die Haken bei G und B entfernen und OK klicken. Nun wird bereits eine Anaglyphe dargestellt, die aber noch nicht angepasst ist.

 

8. In der Gruppe mit dem linken Bild eine Einstellungsebene "Schwarz/Weiß" anlegen. Nun kann man die Helligkeit der einzelnen Farben für die S/W Konvertierung einstellen. Ich muss meist Gelb stark aufhellen und gelegentlich Grün etwas.

 

9. Nun beide Bilder (L+R) jeweils in ein "Smart Objekt" konvertieren.

 

10. L+R liegen jetzt als "Smart Objekt" vor. Das linke Bild wird ausgeblendet, indem man den Ordner mit diesem Bild unsichtbar macht. Man sieht nun wieder 2D, bzw. nur das rechte Bild.

 

11. Das Bild per "Tiefen/Lichter" Korrektur anpassen. Da es sich bei dem Bild nun um ein "Smart Objekt" handelt, wird diese Veränderung ebenfalls wie eine Einstellungsebene gehandhabt.

 

12. Bei diesem Bild habe ich lediglich die Schatten aufgehellt, dazu die Tonbreite so weit zurückschieben, bis nur noch die dunkelsten Schatten aufgehellt werden, anschließend den Radius so weit erhöhen, bis es wieder realistisch aussieht, dann die Stärke anpassen.

 

13. Die gewählten Einstellungen abspeichern.

 

14. Den Ordner mit dem linken Bild nun wieder sichtbar machen. Ebenfalls eine "Tiefen/Lichter" Korrektur auswählen und die zuvor abgespeicherten Einstellungen laden. Somit wird sichergestellt, dass beide Bilder identisch aufgehellt/abgedunkelt werden.

 

15. Es sollte nun so aussehen, wie im folgenden Bild. Die "Tiefen/Lichter" Einstellungen stehen als Einstellungsebene bereit und können jederzeit nachträglich geändert/ausgeblendet werden.

 

16. Folgende Einstellung verwende ich nur, wenn mir die Farben zu flau sind, bzw. um diese zu verstärken.

Es handelt sich um eine Art "Dubois-Mode", jedoch nur für das rechte Bild. Dazu erstellt man für das rechte Bild eine Kanalmixer Einstellungsebene, die Werte kann man meiner Beispieldatei weiter unten entnehmen, bzw. von dort aus abspeichern.

 

17. Nun passen wir die "Farbverstärkung" der Kanalmixer Einstellungsebene per Deckkraft an:

 

18. Die "Schwarz/Weiß" Einstellungsebene ebenfalls per Deckkraft zurück regeln, dabei darauf achten, dass kein Flimmern entsteht, welches bei Vollfarbenanaglyphen oft zu sehen ist.

 

19. Jetzt eine Einstellungsebene "Farbton/Sättigung" für das rechte Bild erstellen.

 

20. Hier regelt man dann die Farben des rechten Bildes, damit sie mit dem linken Bild besser harmonieren. Ich ändere meist nur Gelb, das wird aber je nach Ausgangsmaterial/Kamera etwas anderst sein.

Diese "Farton/Sättigung" Einstellungsebene in Kombination mit der "Schwarz/Weiß" Einstellungsebene des linken Bildes ermöglicht außerdem eine Anpassung schwieriger Farben, die sich per Anaglyphentechnik nicht darstellen lassen!

 

21. Zusätzlich nehme ich etwas Gesamtsättigung weg, was für einen späteren Schritt von Bedeutung ist.

 

22. Nun ist das linke und rechte Bild erstmal optimiert, die Ordner mit den Bildern habe ich eingeklappt.

Jetzt kann mit den Optimierungen begonnen werden, die für beide Bilder angewendet werden sollen, dazu markieren wir den ersten Ordner, in dem sich die Ordner der beider Bilder befinden.

 

23. Eine Optimierung, welche Geisterbilder etwas entschärft ist die Gammakorrektur, zu finden unter "Belichtung". Es muss dazu also eine Einstellungsebene im ersten Ordner angelegt werden.

 

24. Nun können noch partiell Geisterbilder reduziert werden, dazu nochmals eine Einstellungsebene "Belichtung" im ersten Ordner anlegen. Zuerst Gamma so weit erhöhen, bis eine Balance zwischen reduzierten Geistern und "Bildflauheit" entsteht. Danach die Belichtung so weit zurück regeln, bis die Bildhelligkeit ungefähr gleich ist, wie zuvor.

 

25. Die Alphamaske dieser Einstellungsebene schwarz füllen. Dann mit einer radialen Verlaufsfüllung in der Farbe Weiß die Bereiche überfüllen, bei denen Geisterbilder auftreten.

 

26. Die Alphamaske sieht dann ungefähr so aus, wie auf dem folgenden Bild. Die Stärke dieser Optimierung danach per Deckkraft einstellen.

 

27. Nun wäre die Anaglyphe eigentlich fertig und sämtliche Einstellungen lassen sich hier noch nachträglich anpassen, bzw. feiner einstellen.

Für den Download einer Beispieldatei bis zu diesem Punkt: DOWNLOAD HIER

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Was jetzt folgt, ist eine Optimierung, die auf meinem System (Monitor + Anaglyphenbrille von Perspektrum) eine noch deutlich bessere Farbtrennung bietet. Die Werte der Einstellungen sind zu 95% immer passend und müssen nur in seltenen Fällen etwas geändert werden. Man kann dies auch sehr gut mit der Beispieldatei testen.

28. Wir reduzieren dazu den ersten Ordner auf eine Hintergrundebene, ab jetzt kann an den vorherigen Einstellungen nichts mehr verändert werden, es sei denn, man macht dies im Verlauf rückgängig.

 

29. In den LAB Modus wechseln:

 

30. Farbton/Sättigung auswählen:

 

31. Gesamtsättigung auf +13 stellen:

 

32. Die Sättigung von Rot auf -13 stellen:

 

33. Wieder zurück in den RGB Modus wechseln:

 

34. Farbton/Sättigung auswählen und Rot auf folgende Werte einstellen:

 

35. Die "Andiglyphe" ist fertig!

Achtung: Durch diese Optimierung nimmt die Sättigung im Bild wieder zu, deshalb wurde in Punkt 21 die Gesamtsättigung verringert!

Es bleibt zu sagen, dass man das Ergebnis nochmals etwas durch Belichtung/Farbbalance optimieren kann und in diesem Workflow auch noch Platz für andere/mehrere Einstellungsebenen ist.